Spielstätten

Künstliche Pfunde aus dem Fundus

für „Komödie im Dunkeln“

Das Kleid für Carol Melkett, die Verlobte des Stückhelden Brindsley Miller, ist schon fast fertig. Hier und da noch eine kleine Änderung und dann kann es auf die Bühne. Über die Schuhe ist sich Ausstatterin Pia Wessels noch nicht ganz im Klaren: Hohe, flache, offene, geschlossene? Man wird es zur Premiere sehen. Vor einigen Tagen war die erste Anprobe für die Kostüme zur „Komödie im Dunkeln“ im Anklamer Theater. Die Kostümbildnerin probiert mit den Schauspielern gemäß des Stücks, ihren Vorstellungen und denen des Regisseurs die Bühnenoutfits. Brindsley Miller, gespielt von Andreas Flick, scheint dem Kostüm nach ein etwas braver Typ zu sein. Miss Furnival, die nervige und üppige Nachbarin greift bei ihrer Garderobe offensichtlich gern in die rosa-Schublade - und die Kostümbilderin greift für diese Figur in ihre Trickkiste. Um Schauspielerin Marit Lehmann so dick und unförmig erscheinen zu lassen, wie Miss Furnival sein soll hat sie nach künstliche Pfunde gesucht und die findet man reichlich im Fundus – übrigens für jedes Körperteil. Neben neuen Kostümen stammen viele der Kostümteile für das Stück aus dem Theaterfundus und werden entsprechend zureicht geschneidert. Und jetzt surren in der Schneiderei der Vorpommerschen Landesbühne Nähmaschinen.

Am 27. Mai ist Premiere für Peter Shaffers „Komödie im Dunkeln“ im Theaterzelt „Chapeau Rouge“. Darin geht es um den jungen Bildhauer, der sich von einem Kunstmäzen Unterstützung erhofft und außerdem beim zukünftigen Schwiegervater gut ankommen will. Die Verlobten Carol und Brindsley wollen für die hohen Besuch ihre Wohnung ein wenig aufpeppen und „borgen“ sich einige extravagante Stücke von verreisten Nachbarn. Aber der Abend läuft nicht wie geplant: Stromausfall. Der Nachbar kommt zurück, die Nachbarin nervt. Kurz das Chaos ist perfekt. Und der Zuschauer hat daran gewiss sein Vergnügen.