Ein Blick in Dars Augen

Elisabeth Herbst, Marc Hunold, Katrin Herbst, Karl und Peter Herbst

Da scheint ein richtiger Vineter zu stehen, im schicken reich wirkenden Mantel und er erzählt von jener Stadt, die vor 1000 Jahren untergegangen sein soll und doch drei Mal die Woche auf der Ostsee-Bühne Zinnowitz in wunderbarem Glanz erscheint. Marc Hunold, der vermeintliche Vineter und eigentlich Mitarbeiter für Öffentlichkeitsarbeit der Vorpommerschen Landesbühne scheint alles über Vineta zu wissen.

Dass der Name einer Zufälligkeit geschuldet ist, denn Kopisten haben um 1100 das Wort Jumne falsch abgeschrieben. Dass es mehrere vermeintliche Vineta-Standorte gibt und dass sich Vineta in der Literatur und in der Kunst breit gemacht hat. Bei den Führungen hinter die Kulissen „Vinetas“ gibt es sozusagen einen Rundumschlag. Dann geht es auf die Bühne – zum Waffengang. Marc Hunold bittet Freiwillige an Schwert und Degen. Das Schwert erweist sich für die Besucher schwerer als gedacht. Und sich elegant mit dem Degen zu bewegen ist auch nicht so einfach. Dazwischen erzählt Marc Hunold immer wieder vom „Klang des Goldes“, von Konsul Warin, der als Wiedergänger zurückkehrt, nach dem er verbrannt worden ist und wie die Vineter versuchen Gold zu machen. Zu viel will er nicht verraten, denn die Hälfte der Gäste haben Karten für künftige Vorstellungen. Aber auf einige technischen Raffinessen weist er gern hin. Wo die Laser versteckt sind und wie die Augen vom Baum Dar funktionieren.

Zu denen, die in den kommenden Tagen kommen wollen gehört auch Familie Herbst. Katrin Herbst und ihre beiden Kinder sind aus der Schweiz gekommen um in Zinnowitz beim Opa Urlaub zu machen. Ein Vineta-Besuch gehört dazu, aber sie waren auch schon in der Blechbüchse im Theater. Ein älterer Herr hat Vineta schon gesehen, aber ist nicht unbedingt deswegen bei der Führung. Er war technischer Mitarbeiter bei der Wismut, dem Bergbaubetrieb, der viele seiner Kumpel nach Zinnowitz in den Urlaub schickte. Das war, und er meint den Trakt in denen heute die Maske, die Wäscherei  und die Sanitäranlagen untergebracht sind, damals alles viel kleiner. Auch die Bühne war eher ein Bühnchen. Aber schön das alles mal wiederzusehen. Und Vineta könne er nur empfehlen. So verabschieden sie sich nach gut einer Stunde von dem Herrn der fast wie ein echter Vineter aussieht.

Führungen immer donnerstags 10 Uhr. Treffpunkt Vineta-Kasse, Seestraße 8, Zinnowitz 

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