Nahezu 900 Zuschauer feierten am Samstag die letzte Vorstellung von „Vineta-Der Klang des Goldes“ und in einem stimmungsvollen Meer von Wunderkerzen, das die Besucher entzündeten, verschwand die Stadt. Aber ohne zwei Zugaben entließen die Gäste die Schauspieler nicht von der Bühne. Zu Beginn der letzten Vorstellung gab es noch eine kleine Überraschung für Maritta und Dieter Wedemeyer aus Wolgast. Sie feierten ihren 50. Hochzeitstag und das Einhorn Fabella (Anna Jamborsky) übereichte in einen Blumenstrauß. Insgesamt besuchten 15 000 Zuschauer die Vorstellungen auf der Ostsee-Bühne in Zinnowitz, Insel Usedom. Die jüngste Episode aus der versunkenen Stadt „Der Klang des Goldes“(Buch und Regie Wolfgang Bordel) kam bei dem vorwiegend jungen Familienpublikum sehr gut an. Die Geschichte vom Gold, das nicht zu finden ist, vom Einhorn, den mystischen Wesen, wie Dryaden und Wiedergängern, Halb-Göttern und natürlich den Vinetern spricht ein breites Publikum an, zumal gesellschaftspolitische Anspielungen dem Ganzen die besondere Würze geben. Dazu kommen eingängige Lieder, die auch Ohrwurm-Qualitäten aufweisen, moderne Choreografien, eine wunderbares Bühnenbild mit dem sprechenden Baum Dar als Zentrum.

Viele Besucher sind „Wiederholungstäter“, die schon seit Jahren die Vineta-Festspiele besuchen. Als Jugendliche waren sie, wie beispielsweise ein Mädchen aus Frankfurt/Oder, zum ersten Mal bei Vineta und kommen heute mit ihren Familien nach Zinnowitz und planen sogar ihren Urlaub danach. Übrigens besuchte in diesem Jahr auch ein siebenjähriges Mädchen, namens Vineta, aus Berlin die Festspiele. ABC-Schützen erhielten aus den Händen der Hauptdarsteller ihre vinetischen Zuckertüten und den Beifall der Zuschauer. Und einen Heiratsantrag gab es auf der Bühne an Paola Brandenburg, langjährige Darstellerin, der Gunara, einer der beliebtesten Figuren aus den Vineta-Geschichten. Und noch vor Beginn der Festspiele wurde eine Vineta-Skulptur im Kulturhaus-Park aufgestellt.

Das Ensemble der Festspiele, bestehend aus Schauspielern der Vorpommerschen Landesbühne und Eleven der Theaterakademie Vorpommern agierte mit hoher Professionalität und Spielfreude, obwohl gerade in dieser Saison bedingt durch Krankheit, viele Umbesetzungen notwendig wurden. Eine Vorstellung musste leider abgesagt werden.

Die Besucherbilanz könnte noch etwas besser sein, wenn die Ferien in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und den anderen Bundesländern aus denen die Urlauber auf die Insel Usedom kommen, nicht schon Anfang August zu Ende wären.

2020 heißt die Geschichte „Traum ohne Wirklichkeit“. Vineta will ohne Gold und böse Taten leben. Die Stadt will nicht wieder untergehen. Aber geht das? Da haben auch Halb-Götter, Wiedergänger, das Einhorn und all die mystischen Wesen ein Wörtchen mitzureden. Vineta muss untergehen – so ihr erklärter Wille und die Bestimmung der Stadt.

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